ITA auf der Techtextil 2017 vom 9.-12. Mai 2017 in Frankfurt am Main

02.05.2017

Das ITA zeigt auf dem Elmatex-Stand D05 in Halle 3.0 die Exponate „PolyTube, „ScaffBag“, „Tailored Non-crimp Fabrics (T-NCF)“ und „Hybridvliesverstärktes Polyamid-Blech“. Diese Exponate demonstrieren, wie textile Gelegestrukturen maßgeschneidert ausgelegt, Stapelfaservliese aus Carbon mit einer 3D-Struktur erstmalig als Verstärkungsstruktur eingesetzt, wie die elektronischen Leitfähigkeit von Carbonfasern genutzt und recycelte Carbonfasern verwendet und wie ein Airbag für eine persönliche Schutzausrüstung im Baugewerbe gegen Absturz sichern kann. Anbei finden Sie detailliertere Informationen zu den Exponaten:

  PolyTube ITA PolyTube – Glasfaserverstärktes Kunststoffrohr mit innenliegender recycelter Carbonfaservliesschicht
  1. PolyTube

Carbonfasern werden zunehmend als Verstärkungsmaterialien im z.B. Automotive- als auch Luftfahrtsektor verwendet. Aus End of Life-Bauteilen und aus Prozessen recycelte Carbonfasern (rCF) können dazu verwendet werden, neue Bauteile herzustellen. Besonders geeignet ist dazu zunächst die Verarbeitung zu Vliesstoffen als Halbzeug. Das ausgestellte Exponat ist ein Rohr aus glasfaserverstärktem Kunststoff, in dem einzelne Schichten aus rCF-Vliesstoffen verarbeitet wurden. Das Ziel liegt dabei in der Nutzung der elektrischen Leitfähigkeit von Carbonfasern und damit in der elektrischen Funktionalisierung des Rohres. Möglich werden dadurch die Ableitung statischer Aufladungen, die kostengünstige Beheizung von Rohren innerhalb der Rohrwandung sowie die Erkennung von Leckagen. Für weitere Rückfragen wenden Sie sich bitte an christian.moebitz@ita.rwth-aachen.de .

2. ScaffBag - Sensorbasierte Personenschutzausrüstung gegen Absturz

Die persönliche Schutzausrüstung besteht aus einem Airbag-System mit sensorbasierter Befüllung. Das Airbag-Textil ist eine in einem Schritt gewebte (one-piece-woven) Struktur mit komplexer Geometrie. Eine wichtige Eigenschaft ist die endkonturnah gefertigte textile Struktur ohne Nähte, mit erhöhter Reißfestigkeit und entsprechend höherem Sicherheitsstandard. Zusätzlich soll ein Kauf-Anreiz geschaffen werden, der sich mit einem erhöhter Sicherheitsstandard und einem Image „Safety made in Germany“ vermarkten lässt. Optional können neue Standards für Arbeitssicherheit (gemeinsam mit der Berufsgenossenschaft) erreicht werden. Für weitere Rückfragen wenden Sie sich bitte an gesine.koeppe@ita.rwth-aachen.de

3. Tailored Non-crimp Fabrics

Die lastpfadgerechte Herstellung von maßgeschneiderten Gelegen (Tailored Non-Crimp Fabrics oder T-NCF) weist aufgrund der hohen Flexibilität und der geringen Prozesskosten ein hohes Potenzial als Schlüsseltechnologie in der Faserverbundindustrie auf.

Den Stand der Technik bei der Produktion von strukturellen Faserverbund-Bauteilen in der Automobil- und Luftfahrtindustrie bildet die Herstellung von Gelegen als Rollenware. Sie werden gemäß der Bauteilgeometrie und der geforderten mechanischen Bauteileigenschaften zugeschnitten und in einem manuellen Prozess, dem sog. Preforming, zu einem Mehrlagenaufbau zusammengefügt. Manueller Arbeitseinsatz und große Verschnitt-Mengen machen hierbei 50 % der Prozess- und Bauteilkosten aus.Das T-NCF-Verfahren integriert den bisher sehr kostenintensiven Preforming-Prozess in die Gelege-Herstellung und führt dadurch zu hohen Kosteneinsparungen. Diese hohen Kosteneinsparungen machen die T-NCF-Technologie vor allem für einen Einsatz in der Großserienfertigung wie in der Automobil- und Luftfahrtindustrie interessant. Nach Abschluss der momentan laufenden Validierungsphase kann die Technologie in ca. drei bis vier Jahren im industriellen Maßstab eingesetzt werden. Für weitere Rückfragen wenden Sie sich bitte an Wilko.Happach@ita.rwth-aachen.de .

4. Hybridvliesverstärktes Polyamid-Blech

Das Exponat besteht aus einer Polyamid 6-Platte, die mit Carbon-Stapelfasern verstärkt wurde. Innovativ ist der Einsatz einer kombinierten Vliesstruktur, durch die gezielt ausgerichtete Strukturen erstmalig ermöglicht werden. Bei dem Demonstrator werden die unterschiedlichen Strukturen über unterschiedliche Oberflächenstrukturen gezeigt. Es handelt sich um eine Weltneuheit, da erstmalig die Möglichkeit besteht, Stapelfaservliese aus Carbon mit einer 3D-Struktur als Verstärkungsmaterial einzusetzen. Diese Entwicklung führt zur Einrichtung einer neuen Materialklasse. Das Material kann als optisch attraktives Verkleidungsmaterial im Transport- und Designsektor eingesetzt werden. Es kann Heiz- und Verkleidungsfunktionen übernehmen und elektromagnetische Strahlen abschirmen. Für evtl. Rückfragen wenden Sie sich bitte an frederick.cloppenburg@ita.rwth-aachen.de .