Bedeutende Auszeichnung im Bereich Brennstoffzellen für junges Augsburger Institut: f-cell award 2017 für das Institut für Textiltechnik Augsburg gGmbH

17.10.2017

Das Institut für Textiltechnik Augsburg gGmbH (ITA Augsburg) ist mit dem Beitrag „Textile Kohlenstoffelektrode für Mikrobielle Brennstoffzellen (TexKoMBZ)" mit dem f-cell award 2017 im Bereich research & development ausgezeichnet worden.

  Abbildung 1: Schematische Darstellung einer Mikrobiellen Brennstoffzelle RWTH Aachen Abbildung 1: Schematische Darstellung einer Mikrobiellen Brennstoffzelle

Mikrobielle Brennstoffzelle (MBZ)

Neben der als alternative Antriebsart für Automobile bekannten Brennstoffzelle gibt es eine neue sehr interessante Anwendung dieser Technologie im Bereich der Umwelttechnik. Die MBZ enthält spezielle Mikroorganismen, die in der Lage sind organisches Material zu verstoffwechseln und nutzbare Energie zu erzeugen (Abbildung 1).

„Das Projekt ermöglicht ein völlig neues Anwendungsfeld", sagte Minister Franz Untersteller, „nämlich Abwasser nachhaltig zu reinigen und hierbei gleichzeitig Strom zu gewinnen."

Ein Paradebeispiel ist die Papierindustrie die jährlich große Mengen an Energie in die Klärung investieren muss. Der Einsatz der MBZ kann hier bis zu 50 % der Energiekosten reduzieren, wie eine Studie der Papiertechnischen Stiftung errechnet hat.

Kohlenstoffelektrode

Die Aufgabe des Elektrodenmaterials ist es, eine möglichst große Aufwuchsfläche zu bieten sowie das Reaktionsvolumen maximal mit dem produktiven Biofilm auszufüllen. Hier setzt die Idee des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts „Textile Kohlenstoffelektroden für mikrobielle Brennstoffzellen" (TexKoMBZ, Ideenwettbewerb „Neue Produkte für die Bioökonomie, Forschungsvorhabens Nr. 031B0087A) an: Wie kein anderes Kohlenstoffmaterial für die Elektroden lassen sich textile Flächengebilde aus Kohlenstofffasern maßschneidern, um an die Bedingungen in der MBZ angepasst zu werden.

  Preisverleihung Peter Sauber Agentur / Emmerling) Von links nach rechts: Minister Franz Untersteller, Liesa Pötschke (Institut für angewandte Mikrobiologie der RWTH Aachen), Georg Stegschuster (ITA Augsburg)

Beitrag des Instituts für Textiltechnik Augsburg

Das ITA Augsburg verantwortet im Projekt die Entwicklung und Herstellung der 3D-Elektroden. Ein weiteres Arbeitspaket beinhaltet die Verbesserung der elektrischen Ableitung. Die Evaluation verschiedener Webarten und Webparameter, sowie einer breiten Palette an möglichen Elektrodentopographien in Modellreaktoren liefert die Grundlage für den späteren Einsatz hochskalierter Elektroden im MBZ-Reaktor.

Am Ende des Projekts steht als Produkt ein textiles Material, das präzise und reproduzierbar hinsichtlich der geforderten Porosität, mechanischen Stabilität und Flexibilität sowie elektrischer Eigenschaften hergestellt werden kann.

„Wir betrachten es als einen außerordentlichen Erfolg für das vor zwei Jahren gegründete ITA Augsburg, in einem seiner ersten Projekte mit einem renommierten Preis ausgezeichnet zu werden", sagt Herr Professor Stefan Schlichter, Institutsleiter des ITA Augsburg.

f-cell award 2017

Der f-cell award, gestiftet vom Land Baden-Württemberg, hat das Ziel, herausragende Entwicklungen in einem der interessantesten Technologiefelder unserer Zeit zu würdigen und weitere Innovationen zu stimulieren. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden- Württemberg und die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH schreiben den Preis bereits zum 17. Mal aus der durch eine 10-köpfige Jury vergeben wird.

Persönlich wurden die Projektleiter Liesa Pötschke (Institut für angewandte Mikrobiologie der RWTH Aachen) und Georg Stegschuster (Institut für Textiltechnik Augsburg gGmbH) während des „Electric Vehicle Symposium & Exhibition" in Stuttgart durch Minister Franz Untersteller mit dem Preis geehrt.

Über das Institut für Textiltechnik Augsburg gGmbH

Das Institut für Textiltechnik Augsburg gGmbH (www.ita-augsburg.de) als 2014 gegründete außeruniversitäre Forschungseinrichtung in Bayern beschäftigt sich mit der anwendungsorientierten Erforschung und Entwicklung von faserbasierten Werkstoffen und Produktionsverfahren. Forschungsschwerpunkte des ITA Augsburg bestehen in der Erforschung der Vliestechnologie und deren Einsatz in Composites (Web Based Composites) dem Recycling von (Carbon) Composites, und der Anwendung thermoplastischer Composites, insbesondere in hybriden Bauteilstrukturen.

Das ITA Augsburg als Tochter der ITA Technologietransfer GmbH in Aachen kooperiert dabei eng mit dem Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University (www.ita.rwth-aachen.de), einem der größten Institute der Fakultät für Maschinenwesen der RWTH Aachen University.

Mit dem in der Region Augsburg angesiedelten Forschungs-Spitzencluster im Bereich Composite ist das ITA Augsburg durch enge Kooperation verbunden. Prof. Stefan Schlichter besetzt im Institut für Materials Ressource Management (MRM) seit dem Wintersemester 2015/16 eine Professur im Bereich Mechanical Engineering.